Maisel & Friends Hopfenreiter #11 im Test:
Sechs Brauereien, sechs Hopfen und 9,5 Punkte
Sechs Brauereien aus sechs Ländern bringen jeweils einen Hopfen mit und brauen daraus gemeinsam ein Double IPA. Dieses ungewöhnliche Prinzip steckt seit Jahren hinter dem Hopfenreiter von Maisel & Friends. Am 4. September 2026 erschien Edition #11 – und nur zwei Tage später hatten wir sie im Glas. Nach unserer Begeisterung für Edition #10 waren die Erwartungen entsprechend hoch.
Diesmal waren wir wirklich schnell
Normalerweise behaupten wir nicht unbedingt, dass Aktualität unsere größte Stärke ist. Beim neuen Hopfenreiter #11 von Maisel & Friends sieht die Sache anders aus. Am 4. September 2026 fand erstmals der Hopfenreiter Day statt. Maisel & Friends hatte Fans dazu aufgerufen, die neue Edition vorzubestellen und am Veröffentlichungstag gemeinsam den Freundschaftssud zu öffnen. Zwei Tage später saßen wir bereits vor der Kamera. Dass wir überhaupt so schnell an ausreichend Nachschub gekommen sind, lag vor allem an Thomas. Die zehnte Edition hatte uns im vergangenen Jahr derart überzeugt, dass er diesmal nichts dem Zufall überlassen wollte.
„Das ist wie Rammstein-Karten bestellen.“
Also Wecker gestellt, auf den Verkaufsstart gewartet und zugeschlagen. Nicht mit sechs Flaschen. Nicht mit zwölf. 24 Flaschen Hopfenreiter #11. Das schafft natürlich ein Problem: Wer derart viel Vorfreude investiert, erhöht automatisch seine Erwartungen.
Was ist der Hopfenreiter eigentlich?
Der Hopfenreiter ist nicht einfach ein jährlich neu aufgelegtes Double IPA. Das eigentliche Herzstück ist die Idee dahinter. Maisel & Friends lädt befreundete Brauereien aus unterschiedlichen Ländern nach Bayreuth ein. Die Gäste bringen jeweils eine ausgewählte Hopfensorte mit. Daraus wird gemeinsam eine neue Edition des Hopfenreiters gebraut. Die Grundidee bleibt gleich, die beteiligten Hopfensorten und damit auch das aromatische Ergebnis verändern sich von Edition zu Edition. 2026 findet dieses Freundschaftsprojekt bereits zum elften Mal statt. Und die internationale Besetzung kann sich sehen lassen.
Sechs Brauereien und sechs Hopfensorten
Für den Hopfenreiter #11 kamen folgende Kombinationen zusammen:
Frontaal Brewing Company aus den Niederlanden: Elani
Dry & Bitter Brewing aus Dänemark: Nectaron
Fauve Craft Bière aus Frankreich: Sabro
Browar Nepomucen aus Polen: Książęcy
Birrificio Italiano aus Italien: Styrian Dragon
Maisel & Friends aus Deutschland: Topaz
Das ist nicht nur auf dem Papier spannend. Die sechs Sorten sorgen dafür, dass sich aromatisch im Glas einiges abspielt.
Bernstein im Glas, Obstkorb in der Nase
Wir strapazieren bei Bierverkostungen gerne einmal das Wort „bernsteinfarben“. Beim Hopfenreiter #11 gibt es allerdings wenig Interpretationsspielraum: Das Ding ist bernsteinfarben. Dazu kommt eine schöne Schaumkrone. Wesentlich interessanter wird es beim Geruch. Die Nase bekommt sofort reichlich Frucht. Nicht dezent irgendwo im Hintergrund, sondern ziemlich massiv. Maisel & Friends beschreibt Pfirsich, Mango, Ananas, Mandarine, Sternfrucht, Limette und Grapefruit sowie etwas Kokos, Heidelbeere und Passionsfrucht. Bei unserer Blindverkostung ohne diese Aromaliste entwickelte sich dagegen schnell ein sehr konkreter Eindruck:
Blaubeere. Und zwar bei uns beiden.
„Blaubeere, Blaubeere, Blaubeere.“
Gerade solche Momente machen Verkostungen für uns interessant. Denn natürlich beeinflusst man sich gegenseitig, sobald einer einen Geschmack nennt. Diesmal kam die Assoziation allerdings ziemlich deutlich – und Heidelbeere findet sich tatsächlich auch in der offiziellen Beschreibung.
Und dann kommt der erste Schluck
Viel in der Nase. Viel im Geschmack. Der Hopfenreiter #11 ist kein Bier, bei dem man lange nach Aromen suchen muss. Fruchtigkeit und Bitterkeit treffen unmittelbar aufeinander. Dabei ist die Bitterkeit mit offiziell 65 IBU alles andere als zurückhaltend. Trotzdem wirkt sie für uns nicht störend oder aggressiv. Im Gegenteil, gerade die Bitterkeit verhindert, dass die enorme Fruchtigkeit zu dominant wird. Beides hält sich gegenseitig in Balance. Das Ergebnis ist intensiv, aber erstaunlich harmonisch.
„Die Bitterkeit ist da, aber für unser beider Zungen okay. Die Fruchtigkeit macht das weg.“
Das ist wahrscheinlich einer der entscheidenden Punkte dieses Bieres: 65 IBU lesen sich zunächst heftig. Im fertigen Bier wirken sie aufgrund der massiven Aromatik deutlich weniger brachial.
Ein Double IPA ist trotzdem kein Pils
Bei aller Begeisterung muss man die Zielgruppe dieses Bieres klar benennen. Wer normalerweise ausschließlich klassisches deutsches Pils oder Helles trinkt, sollte nicht erwarten, dass der Hopfenreiter lediglich eine etwas aromatischere Variante davon ist. Das hier ist ein Double IPA. Intensiver Hopfen, massive Fruchtaromatik, deutliche Bitterkeit und 8,5 % Alkohol gehören zum Konzept. Dazu kommen 18,8 °P Stammwürze. Offiziell läuft das Bier entsprechend als Starkbier. Man muss für solche Biere offen sein. Und dann kann es ziemlich interessant werden.
8,5 Prozent sind 8,5 Prozent
Geschmacklich ist der Alkohol erstaunlich gut eingebunden. Trotzdem sollte man sich von der Fruchtigkeit nicht täuschen lassen. Mit 8,5 % vol. ist der Hopfenreiter kein Bier, von dem wir an einem Abend drei oder vier Flaschen nebenbei trinken würden. Darüber kamen wir während der Verkostung auf eine interessante These: Fühlen sich stark gehopfte Biere subjektiv anders an als ein klassisches Starkbier mit identischem Alkoholgehalt? Wir wissen es nicht. Unsere spontane „Reuter-These“ aus dem Video ist ausdrücklich keine wissenschaftliche Aussage. Uns fehlt dafür jede belastbare Grundlage. Interessant wäre die Frage trotzdem.
Limited Edition zu einem nachvollziehbaren Preis
Zum Veröffentlichungszeitpunkt kostet eine einzelne 0,33-Liter-Flasche im Maisel-&-Friends-Onlineshop 2,99 Euro. Bei größeren Mengen sinkt der Stückpreis bis auf 2,29 Euro bei 24 Flaschen. Für ein limitiertes Double IPA und ein internationales Kollaborationsprojekt halten wir das für nachvollziehbar. Hinzu kommt der Charakter der Serie: Ist eine Edition weg, kommt im nächsten Jahr nicht einfach dasselbe Bier zurück. Dann beginnt das Spiel mit anderen Hopfen erneut und das macht für uns einen erheblichen Teil des Reizes aus.
Kommt jetzt wirklich die 10?
Alex macht es kurz. 10 von 10 Punkten. Damit erreicht der Hopfenreiter #11 bei ihm die Höchstwertung. Thomas ist ebenfalls begeistert, lässt aber einen Punkt liegen. Der Grund ist ausgerechnet der Vorgänger: Edition #10 hat ihm noch einen Tick besser gefallen. Deshalb: 9 von 10 Punkten. Macht zusammen außergewöhnlich starke 9,5 von 10 Punkten.
Unser Fazit zum Hopfenreiter #11
Der Hopfenreiter funktioniert für uns nicht nur als Bier, sondern vor allem als Konzept. Sechs Brauereien bringen sechs unterschiedliche Hopfen mit, treffen sich in Bayreuth und erschaffen daraus jedes Jahr ein neues Bier. Damit bekommt jede Edition einen eigenen Charakter und gleichzeitig bleibt die Serie klar wiedererkennbar.
Edition #11 liefert intensive Frucht, kräftige Bitterkeit, einen vollen Körper und erstaunlich viel Balance. Wir waren nach dem Hopfenreiter #10 mit sehr hohen Erwartungen gestartet. Der neue Jahrgang erfüllt sie. Thomas sieht den Vorgänger noch knapp vorne, Alex nicht. Für ihn ist die Sache eindeutig: „Das ist wirklich, wirklich, wirklich, wirklich gut.“
Dem ist wenig hinzuzufügen.
Faktenkasten
Bier: Hopfenreiter #11 (2026)
Brauerei: Maisel & Friends / Brauerei Gebr. Maisel, Bayreuth
Stil: Double IPA
Biergattung: Starkbier
Alkohol: 8,5 % vol.
Stammwürze: 18,8 °P
Bittere: 65 IBU
Farbe: Bernsteinfarben
Trinktemperatur: 8–10 °C
Zutaten: Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe
Hopfen: Elani, Nectaron, Sabro, Książęcy, Styrian Dragon, Topaz
Gebinde: 0,33 l
Edition: Limitiert Maisel & Friends
Unsere Bewertung
Thomas: 10/10
Alex: 9/10
Gesamt: 9,5/10
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