Headbanger Lager: Das überraschend gute Festivalbier. Der Biertest

Manchmal sind die Erwartungen der größte Gegner eines Bieres. Beim Headbanger Lager waren unsere Erwartungen relativ klar: Eine Kooperation zwischen einem Radiosender und einer Brauerei, verpackt im Metal-Look, klang zunächst eher nach Merchandising als nach einem ernstzunehmenden Bierprojekt. Genau deshalb war die Überraschung umso größer. Das Headbanger Lager wird gemeinsam mit der Einbecker Brauhaus AG vermarktet und richtet sich klar an Festival- und Konzertbesucher. Schon das Dosendesign macht daraus keinen Hehl. Schwarzer Hintergrund, Gitarren, Metal-Optik und der Name „Headbanger“ lassen keinen Zweifel daran, an wen sich das Bier richtet.

Im Glas wirkt das Bier sehr hell, klar filtriert und optisch eher klassisch. Nichts deutet darauf hin, dass hier irgendein besonders außergewöhnliches Bier wartet. Auch beim Geruch bleibt das Bier bodenständig. Typische Lager- und Pilsnoten, sauber und unkompliziert. Der eigentliche Überraschungsmoment kam erst beim ersten Schluck.

„Ganz anders erwartet. Super süffig.“

Genau das beschreibt das Bier ziemlich treffend. Während wir ein eher herbes, kantiges Festivalbier erwartet hatten, präsentiert sich das Headbanger erstaunlich weich. Die Kohlensäure bleibt angenehm zurückhaltend, das Bier läuft förmlich durch und entwickelt eine hohe Trinkbarkeit. Interessanterweise erinnerte uns das Bier teilweise sogar an Kölsch. Nicht geschmacklich identisch, aber von der Leichtigkeit und dem Trinkfluss her. Das ist ein Vergleich, den man bei einem Metal-Bier vermutlich nicht sofort erwarten würde.

Genau darin liegt die Stärke des Headbanger. Es versucht nicht, besonders extrem zu sein. Keine übertriebene Bittere, keine Hopfenkeule und keine Craft-Beer-Spielereien. Stattdessen bekommt man ein ehrliches Lagerbier, das genau das macht, was ein Festivalbier tun soll: unkompliziert funktionieren. Ein möglicher Schwachpunkt bleibt allerdings die Positionierung. Wer aufgrund des Namens und der Gestaltung ein besonders charakterstarkes oder außergewöhnliches Bier erwartet, wird vermutlich überrascht sein. Das Bier ist deutlich zugänglicher und mainstreamiger als sein Erscheinungsbild vermuten lässt. Für viele Käufer dürfte das allerdings eher ein Vorteil als ein Nachteil sein.

Unsere Bewertungen fielen entsprechend positiv aus:

Unsere Bewertung

Thomas: 9/10
Alex: 8/10

Fazit

Das Headbanger Lager zeigt, dass Lizenz- und Markenbiere nicht automatisch mittelmäßig sein müssen. Es gewinnt keine Innovationspreise und wird keine Bierstile neu definieren. Aber als ehrliches, günstiges, sehr süffiges Lagerbier erfüllt es seinen Zweck hervorragend. Genau deshalb hat es uns deutlich besser gefallen als erwartet.

 

 

 

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