Barbarator Dunkler Doppelbock - unerwarteter Hammer. Der Bier-Test

Schon beim Einschenken war klar, dass hier etwas anderes im Glas landet. Fast schwarz. Dickflüssig wirkend. Optisch irgendwo zwischen Cola, Dessertsoße und Motoröl. Dazu dieser Geruch: Sherry, Rum, dunkle Früchte, Likör, Süße. Alles deutete darauf hin, dass jetzt ein schweres, malzig-süßes Starkbier kommt. Genau das passierte dann nicht.

Der Barbarator ist eine Zusammenarbeit der Wittorfer Brauerei und Barbarossa I Am. Gebraut wurde ein dunkler Doppelbock mit 9,5 % Alkohol, anschließend sechs Monate im Rumfass gereift.  Die Theorie klingt zunächst logisch: kräftiger Doppelbock plus Rumfass ergibt ein warmes, süßes, schweres Bier. In der Praxis überrascht der Barbarator aber mit einer massiven Säure. Und genau das macht ihn spannend. Im ersten Moment wirkt das Bier fast schockierend. Vor allem, wenn man etwas völlig anderes erwartet. Die Säure erinnert teilweise eher an Sauerbier oder sogar an eine Zitrusnote, obwohl laut Zutatenliste nur Wasser, Gerstenmalz, Hopfen und Hefe enthalten sind. Dahinter öffnen sich dann weitere Ebenen: Rum-Aromen, dunkle Früchte, leicht rauchige Noten, Likörcharakter und ein extrem langer Nachhall. Das Bier verändert sich mit jedem Schluck. Genau deshalb fiel uns die Bewertung auch ungewöhnlich schwer. Wann genau würde man so etwas trinken?

Der Barbarator ist kein Bier für den Durst. Kein Grillbier. Kein „noch eins“.

Eigentlich ist es näher an einem Digestif oder einem schweren Dessertwein als an klassischem Bier. Kleine Mengen funktionieren hier deutlich besser als große Gläser. Und wahrscheinlich gewinnt das Bier sogar noch, wenn es etwas wärmer getrunken wird. Interessant war auch, wie stark die Fasslagerung das Bier verändert hat. Viele klassische Doppelböcke leben von karamelliger Süße, Malzkörper und Wärme. Der Barbarator bricht dieses Bild komplett auf. Genau darin liegt seine Stärke — aber auch sein Problem. Denn dieses Bier polarisiert zwangsläufig.

Unsere Bewertung

  • 9/ 10 (Thomas)

  • 8 / 10 (Alex)

Gesamt: 7 / 10

Fazit

Wer ein gemütliches, süffiges Starkbier erwartet, wird vermutlich irritiert sein. Wer dagegen Lust auf ungewöhnliche Fassnoten, Tiefe und Experimente hat, bekommt hier etwas, das man nicht mehr vergisst. Ein Schwachpunkt bleibt trotzdem: Die Einordnung. Selbst während des Tastings hatten wir Schwierigkeiten, das Bier sauber einzuordnen. Für einen klassischen Doppelbock wirkt es fast zu speziell und zu weit vom Stil entfernt. Gleichzeitig macht genau das den Reiz aus. Das ist weniger „Stiltreue“ und mehr „Interpretation“. Und genau deshalb bleibt der Barbarator hängen.

Nicht, weil er everybody’s darling ist. Sondern weil er sich komplett weigert, gefällig zu sein.

 

 

 

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