Urban Leaf - Das Hanfbier im Test

Es gibt Biere, die öffnen wir, schenken sie ein und trinken sie. Und es gibt Biere, die sind schon da, bevor der Kronkorken fällt. Das Urban Leaf gehört eindeutig zur zweiten Kategorie. Noch bevor der erste Schluck im Mund landet, ist der Raum verändert. Der Geruch ist präsent, dominant, unmissverständlich. Hanf. Kräuter. Diese sehr spezifische Assoziation, die bei den meisten Menschen sofort Bilder, Erinnerungen und Bewertungen auslöst – positiv wie negativ.

 

Genau darin liegt das Risiko dieses Bieres. Und gleichzeitig seine Stärke.

Erwartungshaltung als größter Gegner

Wir merken im Test sehr schnell: Dieses Bier kämpft nicht gegen seinen Geschmack, sondern gegen die Erwartungshaltung der Trinkenden. Der Geruch triggert automatisch ein mentales Bild. Viele erwarten Süße, andere erwarten Provokation, manche schlicht einen „Gag“. Was Urban Leaf aber liefert, ist etwas völlig anderes.

Der erste Schluck wirkt fast irritierend nüchtern. Pflanzlich, herb, trocken. Keine Süße, keine Spielerei, kein Versuch, irgendetwas zu kaschieren. Eher erinnert das Ganze an etwas Medizinisches, an kalte Kräuter, an eine klare, reduzierte Aromatik. Und hier trennt sich sehr schnell das Publikum.

Geruch und Geschmack sind zwei verschiedene Disziplinen

Ein zentraler Punkt in unserem Gespräch: Man muss Geruch und Geschmack voneinander trennen. Wer beides in einen Topf wirft, wird diesem Bier nicht gerecht. Der Duft ist laut, fast aufdringlich. Der Geschmack dagegen ist kontrolliert, zurückgenommen, beinahe ruhig. Wir hatten mehrfach Assoziationen an Küche statt an Kneipe. An Salbei. An Kräuter. An Dinge, die man nicht einfach „wegtrinkt“, sondern bewusst einsetzt. Das Urban Leaf wirkt stellenweise mehr wie ein flüssiges Gewürz als wie ein klassisches alkoholfreies Bier. Das ist keine Schwäche, aber es macht das Bier erklärungsbedürftig.

Handwerklich konsequent, konzeptionell klar

Was man dem Urban Leaf lassen muss: Es ist sauber gedacht. Bio-Rohstoffe, eigene Hefe, ein klarer handwerklicher Anspruch. Die Brauerei dahinter, die Braumanufaktur Sander, verfolgt seit Jahren einen sehr eigenständigen Weg und ist bekannt dafür, Dinge nicht nur anders, sondern bewusst anders zu machen. Auch hier wird nichts auf Effekte getrimmt. Kein THC, kein Alkohol, keine Provokation um der Provokation willen. Es geht um Aroma, um Pflanze, um Charakter. Das passt zum Produkt und auch zum Image, das das Bier transportiert.

Wo dieses Bier funktioniert – und wo nicht

Eine der wichtigsten Fragen im Test war nicht: Schmeckt es? Sondern: Wo trinkt man das eigentlich?

Und hier sind wir sehr klar: Das Urban Leaf ist kein Kneipenbier. Es ist nichts für die Eckkneipe, nichts für den Stammtisch, nichts für den „mach mir noch eins“-Moment. Dafür ist es zu speziell, zu erklärungsbedürftig, zu eigen. Wir sehen es eher in kulturellen Kontexten. Draußen. Urban. Hinterhof. Festival-Randbereiche. Orte, an denen Menschen bewusst Dinge probieren wollen, an denen Bio, Nachhaltigkeit und Individualität ohnehin Teil des Selbstbildes sind. Dort kann dieses Bier funktionieren. In klassischen Trinkumgebungen eher nicht.

Polarisierung ist hier kein Unfall, sondern Konzept

Was man Urban Leaf nicht vorwerfen kann: dass es allen gefallen will. Im Gegenteil. Dieses Bier akzeptiert bewusst, dass es polarisiert. Manche werden es lieben, andere strikt ablehnen. Beides ist logisch. Der Geruch allein wird für einige bereits ein Ausschlusskriterium sein. Andere feiern genau das. Geschmacklich bewegt sich das Bier zwischen „spannend“ und „ungewohnt“, aber kaum zwischen „beliebig“ oder „langweilig“.

Unser Fazit

Urban Leaf 0,0 ist kein Bier für den schnellen Konsum. Es ist kein Ersatz für klassisches alkoholfreies Bier. Und es ist definitiv kein Produkt für jeden Geschmack. Aber: Es ist konsequent, handwerklich sauber und mutig gedacht. Wer bereit ist, Erwartungen loszulassen und Bier nicht nur als Getränk, sondern als kulturelles Produkt zu betrachten, wird hier etwas Eigenständiges finden. Wer Einfachheit sucht, greift besser zu etwas anderem. Und genau das ist in Ordnung.

 

Bewertung: 8/10 und 9/10.
Herkunft: Brauerei Sander, Worms
Anlass: Genuss, Festival, Abwechslung

 

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