zero Labs Future Pilsner. Überzeugt der Bierstartup der mymuesli Macher? Der Biertest

Kann Marketing wirklich Geschmack erzeugen?

Es gibt Biere, die entdecken wir zufällig im Supermarkt. Und dann gibt es Biere, die uns über Monate verfolgen. Genau so ging es uns mit dem Future Pilsner von Zero Labs. Immer wieder tauchte die Werbung in unseren Instagram-Feeds auf. Modernes Design, hochwertige Videos, professionelle Kampagnen und eine klare Botschaft: alkoholfreies Bier völlig neu gedacht. Irgendwann hatte das Marketing sein Ziel erreicht. Wir haben das Starterpaket bestellt. Nicht, weil wir unbedingt noch ein alkoholfreies Bier testen wollten, sondern weil wir wissen wollten, ob hinter der beeindruckenden Außendarstellung auch ein ebenso beeindruckendes Produkt steckt.

Wer steckt eigentlich hinter Zero Labs?

Zero Labs versteht sich ausdrücklich nicht als klassische Brauerei, sondern als Getränke-Startup. Gegründet wurde das Unternehmen von Max und Moritz, die sich vollständig auf alkoholfreie Biere konzentrieren. Gebraut wird dabei nicht in einer eigenen Brauerei, sondern bei einem erfahrenen Braupartner in Bayern. Das Unternehmen setzt auf moderne Markenführung, digitales Marketing und eine klare Positionierung im wachsenden Markt alkoholfreier Biere. Das Future Pilsner wird mit 0,0 % Alkohol, ohne Zucker und nach deutschem Reinheitsgebot angeboten. Schon diese Kombination zeigt deutlich, welche Zielgruppe angesprochen werden soll: Menschen, die bewusst genießen möchten, ohne auf Bier verzichten zu müssen.

Unser erster Eindruck

Bereits beim Einschenken macht das Future Pilsner einen ordentlichen Eindruck. Die Farbe wirkt sauber und klar, die Schaumkrone bildet sich zunächst ordentlich und das Bier sieht durchaus hochwertig aus. Genau deshalb waren unsere Erwartungen hoch. Das lag allerdings weniger am Bier selbst als an der professionellen Markenkommunikation. Wer sich selbst als Zukunft des alkoholfreien Bieres präsentiert, setzt die Messlatte automatisch sehr hoch.

Der Geruch

Schon beim ersten Riechen stellte sich bei uns ein Eindruck ein, den wir inzwischen von vielen alkoholfreien Bieren kennen. Beide von uns nahmen sofort dieses typische Aroma wahr, das wir häufig mit alkoholfreiem Bier verbinden. Interessant war jedoch, dass zusätzlich eine etwas herbere Note vorhanden war, die zunächst durchaus neugierig machte.

Der Geschmack

Beim ersten Schluck waren wir zunächst positiv überrascht. Das Future Pilsner ist nicht übermäßig süß. Gerade das empfinden wir als angenehm, denn viele alkoholfreie Biere entwickeln eine deutliche Malzsüße. Stattdessen zeigt Zero Labs eine leichte Säure und eine durchaus ordentliche Bitterkeit. Geschmacklich funktioniert diese Kombination für uns sogar besser als zunächst erwartet. Dann fiel allerdings etwas auf, das unseren gesamten Eindruck entscheidend beeinflusste.

Das größte Problem: das Trinkgefühl

Während des gesamten Tastings hatten wir beide unabhängig voneinander denselben Eindruck: Uns fehlte nahezu vollständig das Prickeln. Das Bier wirkte für uns ungewöhnlich ruhig. Natürlich war Kohlensäure vorhanden. Dennoch entstand bei uns subjektiv das Gefühl, als würde das typische lebendige Mundgefühl eines Pilsners fehlen. Dadurch wirkte das Bier fast wie ein stilles Getränk. Dieser Eindruck zog sich durch die gesamte Verkostung und war letztlich auch der Hauptgrund für unsere eher niedrige Bewertung.

Wichtig ist dabei die Unterscheidung zwischen Herstellerangaben und unserer Verkostung: Zero Labs beschreibt das Bier selbst als frisch und spritzig. Unser Eindruck im Video war dagegen deutlich zurückhaltender. Wir können daher lediglich unsere subjektive Wahrnehmung wiedergeben.

Ist das vielleicht genau die Zukunft?

Während der Verkostung entstand eine interessante Diskussion. Vielleicht beurteilen wir dieses Bier aus der Perspektive klassischer Biertrinker. Unsere Generation ist mit ganz anderen Bierstilen groß geworden. Jüngere Konsumenten legen heute häufig deutlich mehr Wert auf Gesundheit, Kalorien, Zucker und alkoholfreies Genießen. Vielleicht verändert sich dadurch auch die Erwartung an Bier selbst. Wenn genau diese Zielgruppe angesprochen werden soll, verfolgt Zero Labs möglicherweise bewusst einen anderen Ansatz als traditionelle Brauereien. Ob dieser Ansatz funktioniert, muss letztlich jeder selbst entscheiden.

Der Preis

Unser Starterpaket kostete rund 33 Euro. Enthalten waren zwölf Flaschen mit vier verschiedenen Sorten. Damit bewegt sich das Future Pilsner preislich oberhalb vieler klassischer alkoholfreier Biere aus dem Supermarkt. Gerade deshalb waren unsere Erwartungen entsprechend hoch.

Unser Fazit

Zero Labs zeigt eindrucksvoll, wie modernes Markenmarketing heute funktionieren kann. Die Marke wirkt hochwertig, professionell und hebt sich klar von vielen etablierten Brauereien ab. Das Future Pilsner selbst konnte unsere Erwartungen allerdings nicht erfüllen. Dabei liegt das Problem für uns weniger im eigentlichen Geschmack als im fehlenden lebendigen Mundgefühl, das wir von einem Pils erwarten. Das bedeutet jedoch ausdrücklich nicht, dass dieses Bier grundsätzlich schlecht ist. Wer bewusst alkoholfrei lebt, Zucker vermeiden möchte und ein anderes Verständnis von Bier hat als wir, kann zu einer völlig anderen Bewertung gelangen. Genau deshalb lohnt sich das Probieren.

Unsere Bewertungen

Alex: 4,0 / 10
Thomas: 3,0 / 10

Gesamtwertung: 3,5 / 10

Faktenkasten

Bier: Future Pilsner
Marke: Zero Labs
Bierstil: Alkoholfreies Pils
Alkohol: 0,0 %
Besonderheiten: Zuckerfrei, nach deutschem Reinheitsgebot gebraut
Verkostet von: Alex & Thomas

 

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