Ein bayerisches Pale Ale mit amerikanischen Hopfen – und wir sind uns selten so uneinig gewesen. 30 IBU, viel Frucht oder doch nur Bittere? Unser Test zum „Ex und Hopp“.
Wir sitzen drinnen, leicht angeschlagen, erstes Bier des Tages – und dann kommt direkt so ein Kandidat ins Glas: „Ex und Hopp“ von Schwarzbräu. Der Name klingt nach schneller Nummer. Das Etikett verspricht mehr.
Stilfrage: Export oder Pale Ale?
Im Video nennen wir es erst Export. Das liegt nahe – der Begriff fällt. Tatsächlich steht auf der Flasche: bayerische Interpretation eines Pale Ales. Untergärig. Filtriert. Gebraut nach Reinheitsgebot. 30 IBU. Hier beginnt schon die erste Unschärfe: Ein klassisches Pale Ale ist obergärig. Ein Export ist meist malzbetont und gefällig. „Ex und Hopp“ steht irgendwo dazwischen – technisch untergärig, aromatisch aber klar auf amerikanischer Hopfenschiene. Das ist mutig. Oder stilistisch nicht ganz sauber. Je nachdem, wie streng man Kategorien sieht.
Die Hopfenfrage
Cascade. Simcoe. Citra. Drei amerikanische Kultsorten. Wir riechen Fruchtigkeit. Wir schmecken Bitterkeit. Aber nicht gleich. Alex sagt: „Erst Fruchtigkeit und nach hinten kommt erst das Bittere.“ Thomas sagt: „Bei mir bleibt vor allem die Bitterkeit.“ Und genau das ist spannend: 30 IBU sind objektiv keine extreme Ansage. Wir hatten schon deutlich bitterere Biere. Trotzdem wirkt es hier für einen von uns deutlich präsenter. Das kann an Tagesform liegen. An der Erkältung. Oder an der Kombination aus untergäriger Basis und hopfenbetonter Aromatik, die nicht ganz rund wirkt.
Geschmack
Vorne: Fruchtige Anklänge, Zitrus, leichte Tropen-Assoziationen. Hinten: Deutlich spürbare Bittere, herb, trocken. Was fehlt, ist für uns die klare Identität. Es kratzt am IPA, bleibt aber im Körper schlanker. Es nennt sich Pale Ale, ist aber untergärig. Es wird als Export wahrgenommen, spielt aber aromatisch woanders. Das sorgt für Diskussion – und genau das macht die Folge interessant.
Bewertung
Thomas: 6 Punkte
Alex: 7 bis 8 Punkte
Keiner von uns findet es schlecht. Aber keiner sagt: Davon brauchen wir eine Kiste. Und genau das ist der Kern: Es ist ein ordentlich gemachtes, sauberes Bier. Aber es löst bei uns kein „Mehr davon“-Gefühl aus.
Brauerei-Kontext
Schwarzbräu ist eine alteingesessene Familienbrauerei aus Bayern, gegründet im 19. Jahrhundert. Eigene Malzherstellung, klassische Wurzeln. Dass so eine Brauerei mit amerikanischen Hopfen experimentiert, ist grundsätzlich positiv. Der Markt bewegt sich. Stillstand wäre gefährlicher als ein polarisierendes Bier.
Fazit
„Ex und Hopp“ ist kein Fehlgriff. Aber auch kein klarer Stil-Leuchtturm. Wer ein zugängliches, leicht fruchtiges, aber bitteres Bier sucht, kann hier zugreifen. Wer ein echtes, obergäriges Pale Ale erwartet, wird Unterschiede feststellen. Die größte Stärke dieses Bieres ist die Diskussion, die es auslöst. Und genau dafür trinken wir.
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